Sich selbst eine gute Mutter sein

Zwischen Sehnsucht, Wertschätzung und der Kunst, sich selbst zu nähren

Der Mai weckt die Lust auf Leben.
Es regnet viel, und gleichzeitig schiesst überall frisches Grün aus dem Boden und den Zweigen. Die Natur ist voller Aufbruch, Lebendigkeit und leiser Hoffnung. Vogelgezwitscher liegt in der Luft, Maifeste werden gefeiert, Hochzeiten laden zum Zusammensein ein, und überall spürt man dieses besondere Knistern des Wonnemonats.

Auch ich durfte letztes Wochenende all das erleben – begleitet von wunderschönem Sonnenschein.

Und doch brachte der Muttertag in mir nicht nur Freude hervor, sondern auch gemischte Gefühle.

Meine Kinder sind inzwischen fast erwachsen. Vieles ist freier geworden. Und gleichzeitig tauchte da eine tiefe Sehnsucht auf: nach Würdigung, nach Wertschätzung, nach einem echten Gesehenwerden.

Ich fragte mich:
Kann ein einzelner Tag im Jahr wirklich auffangen, was im Alltag oft als selbstverständlich angesehen wird?
Wozu dient dieser Tag eigentlich?
Welche Erwartungen, Hoffnungen oder vielleicht auch Enttäuschungen tragen wir in uns?

Und noch wichtiger:
Was wünsche ich mir wirklich – jenseits von gesellschaftlichen Bildern und Erwartungen?

Als ich die erste Hälfte dieses Tages allein verbrachte und meinen Gefühlen Raum gab, tauchten plötzlich diese Sätze in mir auf:

„Sei dir selbst eine gute Mutter.
Was brauchst du gerade?
Und wie kannst du es dir jetzt selbst schenken?“

Diese Worte haben etwas in mir verändert.

Ich begann, mir selbst die Würdigung auszusprechen, nach der ich mich gesehnt hatte. Ich würdigte meine Mutterrolle, all das Unsichtbare, das tägliche Dasein, das Geben, Tragen, Lieben. Und ich sprach diese Anerkennung auch anderen Müttern in meinem Umfeld aus.

Das hob meine Stimmung auf erstaunliche Weise. Ich fühlte mich glücklich.

Es war, als würde ich mich selbst sehen. Mich nähren. Mich lieben – für das, was ich bin und was ich in diese Welt hineingebe.
Dieses Gefühl machte mich innerlich lebendig und frei. Unabhängig davon, ob etwas von aussen kam oder nicht.

Und alles, was danach doch noch von aussen kam, fühlte sich plötzlich nicht mehr wie eine erfüllte Erwartung an, sondern wie ein liebevolles Sahnehäubchen obendrauf.

Wie ist das bei dir?

Kennst du Sehnsüchte oder Erwartungen an besondere Tage?
Wie gehst du damit um?
Und was hilft dir, dich selbst liebevoll zu sehen?

Wie schön und bereichernd wäre es, wenn du deine Gedanken mit uns teilen magst.
Wir lernen, wachsen und heilen miteinander.


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