Das Neue ruft – den Mut zum nächsten Schritt finden

Gibt es eine Mauer in dir, die spürbar wird, wenn ein Schritt ins Neue ansteht?

Da ist diese Sehnsucht.

Sie zieht uns ins Neue, ins Beglückende. Am Horizont leuchtet sie mit verlockenden Strahlen. Und gleichzeitig meldet sich – oft ganz leise – etwas anderes: Zurückhaltung. Stillstand. Vielleicht sogar der Gedanke: Träumen genügt doch eigentlich, oder?

Manche von uns wünschen sich, dass Neues ganz sanft in die Welt treten darf – ohne Erschütterung, ohne Schmerz.

Wenn Erfahrung uns vorsichtig macht

In der Jugend besitzen wir oft genügend Kraft und Entdeckergeist, um diesen Zustand einfach zu überspringen: auf ins Neue.

Mit den Jahren sammeln wir jedoch Erfahrungen – auch mit blauen Flecken und Schmerzen. Ganz bewusst oder eher unbewusst wächst dadurch der Wunsch, dass Veränderung diesmal bitte sanft geschehen möge.

Ein Paradox: eine Geburt ohne Wehen. So bleibt bei manchen lange der Satz:

„Es ist noch nicht die richtige Zeit.“

Doch stimmt das wirklich?

Oder ist es manchmal auch eine Ausrede, um den nächsten Schritt nicht gehen zu müssen – aus Angst vor Veränderung, vor Schmerz oder vor dem Verlust von Sicherheit?

Hier ist Unterscheidungsvermögen gefragt. Das Alte kennen wir, das Neue ist unbekannt. Die entscheidende Frage lautet: Was hält uns wirklich zurück?

Den Mut zur kleinsten Bewegung finden

Wenn wir beginnen, das „Dahinter“ zu erforschen, kann sich etwas lösen.

Oder wir werden zumindest mutig genug für die kleinste Bewegung in Richtung unseres Wunschziels. Diese kleinste Bewegung kann schon darin bestehen, uns innerlich selbst an die Hand zu nehmen. Das schafft Sicherheit und eine tiefe Verbundenheit mit uns selbst.

Manchmal zeigt sich dabei auch eine verborgene Trauer:

die Trauer darüber, etwas aufgeben zu müssen, das wir im Laufe der Jahre liebgewonnen haben und das im Neuen noch keinen sichtbaren Platz gefunden hat.

Der Glaube, es zu verlieren, hält uns zurück.

Und gleichzeitig bringt uns das Nicht-Wissen darüber, was stattdessen kommen wird, in einen Raum des Dazwischen.

Ein Raum der Leere.

Ein Raum der Unsicherheit.

Der Raum zwischen Alt und Neu

Wenn wir es schaffen, in diesem Raum zu verweilen, nach innen zu lauschen und mit uns selbst verbunden zu bleiben, beginnt sich etwas zu öffnen.

Aus der scheinbaren Leere können plötzlich Möglichkeiten und Fülle entstehen.

Die Verbindung zu uns selbst –

das Spüren im Inneren und das Wissen um unser Wunschziel im Außen – beginnt, uns den Weg zu zeigen. Schritt für Schritt.

Wenn sich Ziele gegenseitig im Wege stehen

Im Leben verfolgen wir selten nur ein einziges Ziel. Deshalb entstehen manchmal Konflikte zwischen verschiedenen Wünschen und Lebensbereichen. Diese wollen neu verhandelt werden:

Welches Ziel bekommt welchen Platz im Leben?

Welche Priorität hat was?

Mit vollen Händen kann man nichts entgegennehmen. Deshalb muss immer etwas losgelassen werden, bevor etwas Neues aufgenommen werden kann. Hier zeigt sich oft auch die eigentliche Herausforderung auf dem Weg zum Wunschziel. Denn daran wird sichtbar:

Wie stark ist mein Wunsch wirklich?

Welchen Preis bin ich bereit zu zahlen?

Welchen Wert hat dieses Ziel für mich?

Und manchmal ist das Schwerste dabei, ein altes Selbstbild hinter sich zu lassen.

Erfolg neu betrachten

Woran misst du deinen Erfolg? Vielleicht an Dingen wie: Verdienst, Image, Selbstbestimmtheit. Oder vielleicht eher an Fragen wie: Diene und binde ich mich oder suche ich Freiheit?

Sehe ich mich als Opfer meiner Umstände und Vergangenheit oder übernehme ich Verantwortung für mein Denken und werde zum Schöpfer meiner Gegenwart?

Diese Fragen ehrlich zu betrachten, braucht Mut. Hier können sich Ziele gegenseitig im Weg stehen. Um diese innere Blockade zu lösen, braucht es ein bewusstes Hinschauen, wertfreies beobachten, und manchmal unterstützt auch die liebevolle Zeugenschaft anderer dabei, etwas aus der Dunkelheit ans Licht heben.

Dabei denken wir oft zuerst an Schattenaspekte, die uns unangenehm erscheinen.

Doch nicht nur Schatten liegen im Verborgenen.

Manchmal sind es auch unsere Talente und Fähigkeiten, die wir nie vollständig gezeigt haben und die deshalb nie mit der Welt geteilt wurden. Vielleicht ist jetzt die Zeit gekommen, auch diese ans Licht zu holen. Sie leuchten zu lassen. Unser Potenzial mehr und mehr zu entfalten und in unsere wahre Größe hineinzuwachsen.

Im wahrsten Sinne des Wortes: aufzublühen.

Der Frühling als Spiegel unseres inneren Wachstums

Die Natur zeigt uns jedes Jahr, wie dieser Prozess funktioniert. Im März beginnt das, was lange im Verborgenen unter der Erde geruht hat, mit voller Kraft ans Licht zu wachsen. Vielleicht ist jetzt auch für uns eine Zeit, den Boden für unsere Ziele vorzubereiten.

  • Was möchte bei dir in seine Größe wachsen?
  • Was darf gejätet werden?
  • Was braucht Dünger und Pflege?

Wenn du möchtest, teile es gerne in den Kommentaren. Das Teilen kann eine Form von Zeugenschaft sein und oft wird dadurch etwas noch klarer und lebendiger. Ich würde mich darüber freuen.

Einladung zum gemeinsamen Forschen

Wenn du das Verweilen in der Leere, im Raum des Dazwischen, und das Lauschen nach innen üben möchtest, lade ich dich herzlich ein zum Online-Forschungsraum: „In Frieden mit Nicht-Wissen“


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